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Archiv für die Kategorie Internet-Dienste

Alexa, was geht?

Geschrieben am Dienstag 28 März 2017 um 21:33 von Roland Freist

Vor etwa einem Monat habe ich mir Amazon Echo gekauft, Amazons wohnzimmertauglichen Assistenten für alle Lebenslagen. Zum einen aus Neugierde und um die Technik auszuprobieren, zum anderen aber natürlich auch, weil mir PC Welt online einen Artikel zu den besten Skills angeboten hatte, dessen Honorar den Anschaffungspreis überstieg. Und das war natürlich ein Angebot, das ich nicht ablehnen konnte.

Nach den ersten experimentierfreudigen Tagen hat sich mittlerweile eine Standardnutzung herauskristallisiert. Überraschenderweise höre ich mit Echo in erster Linie Radio. Zum Funktionsumfang von Alexa, das ist die Software hinter Echo und der Schrumpfversion Echo Dot, gehört TuneIn für den Empfang von Internet-Radio. Man sagt einfach "Alexa, spiele Antenne Bayern", und nach wenigen Sekunden läuft der Stream des Senders über die Lautsprecher. Mit "Alexa, lauter" beziehungsweise "Alexa, leiser" regelt man die Lautstärke. Die Tonqualität ist auch nicht schlechter als bei einem durchschnittlichen Küchenradio.

Interessant ist TuneIn für den Empfang von Sendern, die über UKW nicht erreichbar sind. Mit "Alexa, spiele BBC Radio One" wechselt man etwa zum Popmusikprogramm der BBC, das sich wohltuend vom Einheitsbrei der deutschen Formatradios unterscheidet. Natürlich konnte man bereits vor Alexa ausländische Internet-Streams hören, TuneIn gibt es auch als App für Windows, Android oder iOS. So einfach wie mit Echo ist die Bedienung jedoch nirgendwo anders.

Tatsächlich stelle ich mir so modernes Radio vor: Anstatt mit Tasten oder Drehknöpfen die Frequenzen abzusuchen, anstatt zunächst einen Computer oder ein Smartphone starten oder entriegeln zu müssen, um dann auf dem Display herumzuklicken oder zu tippen, sagt man einfach "Alexa, spiele Sender X". So will ich das heute haben. Und ich will mich bei der Auswahl der Sender auch nicht mehr auf regionale Angebote beschränken müssen, wie es beim UKW-Nachfolger DAB+ der Fall ist.

Ansonsten setze ich Echo noch für einige kleinere Aufgaben ein. Ich bitte morgens um die Tageszusammenfassung der Tagesschau, frage ab und zu die aktuelle Temperatur ab – Alexa ersetzt hier ein Außenthermometer – und lasse mir einen "Guten Morgen" wünschen. Gerne würde ich noch einige weitere Skills, so nennt man die Apps von Alexa, nutzen. Doch der Leistungsumfang ist (noch) nicht so gut, wie er sein könnte. So gibt es zwar eine App für den öffentlichen Nahverkehr in München, doch die Bedienung ist zu umständlich, als dass ich sie gerne einsetzen und etwa nach der Abfahrtszeit des nächsten Busses fragen würde. Auch bei der Spracherkennung einiger Apps hapert es teilweise noch gewaltig. Ganz generell ist jedoch das größte Manko von Alexa, dass man dem System bei allen von externen Skills bereitgestellten Funktionen immer erst sagen muss, an welches Programm es eine Anfrage weiterleiten soll. Schöner wäre es, wenn Alexa das selbstständig erkennen und etwa die Busabfahrtszeit ohne weitere Benutzerinteraktion über den zuständigen Skill ermitteln und zurückgeben würde.

Und was ist mit dem Datenschutz? Echo ist ständig eingeschaltet und lauert im Standby auf sein Codewort "Alexa". Zwangsläufig hört das Gerät dabei ständig alle Gespräche mit. Über die Alexa-App kann man zudem jederzeit die letzten Abfragen einsehen. Doch zum einen ist das nichts gegen die Informationen, die man aus der Cookie-Sammlung eines beliebigen Browsers oder den im Hintergrund übermittelten Daten eines Smartphones herauslesen kann. Zum anderen vertraue ich Amazon so weit, dass sie kein Interesse an meinen Privatgesprächen haben. Eine Meldung aus den USA weist zudem darauf hin, dass Amazon bewusst ist, wie sehr eine Auswertung oder Weitergabe vertraulicher Daten dem Erfolg von Alexa schaden würde.

Aber Hola!

Geschrieben am Dienstag 27 August 2013 um 11:43 von Roland Freist

Nachdem das hier bereits vorgestellte Proximize.me immer öfter Performance-Probleme hatte und zudem bei einigen amerikanischen Videosites nicht funktionierte, bin ich vor einigen Monaten auf Hola umgestiegen. Dieser Unblocker ist als Addon für Google Chrome und Mozilla Firefox sowie als Stand-Alone-Version für Windows, Android und Mac OS erhältlich (http://hola.org). Ich verwende die Chrome-Version und bin sehr zufrieden: Sobald sich etwa ein Youtube-Video nicht abspielen lässt, klickt man einfach auf das Icon neben der Adresszeile. Im folgenden Fenster schaltet man den Dienst ein und bekommt anschließend eine Liste mit passenden Proxy-Servern angezeigt. Die Geschwindigkeit war immer ausreichend für eine ruckelfreie Darstellung von Standardvideos, bei hochaufgelösten Filmen könnte es allerdings kritisch werden.

 

Bearbeitet: Dienstag 27 August 2013 12:17

Youtube-Videos ohne Einschränkungen

Geschrieben am Dienstag 04 Januar 2011 um 14:49 von Roland Freist

Diese Meldung kennt wohl jeder, der auf Youtube schon mal nach Musikvideos oder Ausschnitten aus Fernsehserien gesucht hat: "Dieses Video enthält Content von XXX. Es ist in deinem Land nicht verfügbar." Teilweise gibt's auch einfach nur die Kurzfassung "Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar." Diese Einschränkungen sind oftmals sehr ärgerlich. So sind beispielsweise von den zehn meistgesehenen Youtube-Videos aller Zeiten lediglich zwei in Deutschland aufrufbar. Und die Betreiber einer Website, also beispielsweise ich, müssen immer befürchten, dass ihre eingebetteten Youtube-Videos einige Wochen später nicht mehr angesehen werden können. Denn häufig sind die Filme zunächst noch frei verfügbar, bevor die Wächter des Urheberrechts einige Zeit später ihren Bann aussprechen.

Es gibt allerdings eine einfache Möglichkeit, diese Sperre zu umgehen. Youtube verlässt sich bei der geografischen Zuordnung seiner Benutzer auf deren IP-Adressen. Und die wiederum lassen sich mit einem Proxy-Server recht einfach auf eine amerikanische Adresse umbiegen. Damit das funktioniert, muss der Server natürlich auf amerikanischen Boden stehen.

Ein Beispiel für einen freien US-Server dieser Art ist Proximize.me (http://proximize.me). Man kopiert die Adresse des gewünschten Youtube-Videos einfach in seine Eingabezeile (unter den beiden Anzeigen, über dem Download-Button) und drückt [Enter] - fertig. Youtube identifiziert den Benutzer nun als Amerikaner und gibt den Zugriff auf das Video frei. Ruckelnde Bilder oder Aussetzer durch Nachladevorgänge habe ich bei meinen Versuchen mit dem Dienst bislang nicht beobachtet, sämtliche Filme liefen ohne Verzögerungen sofort an. Falls das Video in eine andere Site eingebettet wurde, klickt man am besten mit der rechten Maustaste unten rechts auf den Button, der ansonsten zur Vollbildansicht führt. Im Kontextmenü wählt man nun "Watch on YouTube" aus und kopiert dann auf der Seite des Videodiensts die URL in die Zwischenablage, um sie anschließend in Proximize.me einzufügen. Leider funktioniert das Täuschungsmanöver jedoch nicht überall. Die Site www.hulu.com etwa, die aktuelle amerikanische Serien und Filme anbietet, verweigert beim Zugriff über Proximize.me das Abspielen der Filme.

Der Dienst bietet übrigens auch eine SSL-Verschlüsselung an, die mit einem Klick auf den kleinen Schlüssel in der Eingabezeile aktiviert wird. Auf diese Weise kann man beispielsweise bei Forenkommentaren die eigene Identität verschleiern. Für den Zugriff auf Youtuibe ist hingegen keine Verschlüsselung erforderlich.

Zum Schluss noch ein Tipp: Wenn Sie die gewünschte Adresse per Copy & Paste einfügen, achten Sie darauf, dass der Dienst das "http://" am Anfang bereits vorgibt. Wenn Sie die URL inklusive der Protokollangabe kopiert haben, ist sie daher in Proxmize.me am Anfang doppelt vorhanden. Die gewünschte Website wird in diesem Fall nicht gefunden.

Bearbeitet: Sonntag 13 März 2011 11:05

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