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Filmkritik: "Planet der Affen: Survival"

Es lebe der Affe

2017 scheint das Jahr der sterbenden Filmserien zu werden, nach der "Alien"-Serie kommt nun nach beinahe 50 Jahren offenbar auch das Ende für "Planet der Affen". Der neu angelaufene "Planet der Affen: Survival" (der im Englischen wesentlich passender "War for the Planet of the Apes" heißt) zeigt in seinen letzten Einstellungen exakt den Ort, an dem ein paar Jahre später Charlton Heston im ersten PdA-Film mit seinem Raumschiff stranden wird. Der Kreis hat sich also geschlossen. Und da es sich voraussichtlich um den letzten Teil der Sage handelt – obwohl: you never know – haben sich alle Beteiligten noch einmal Mühe gegeben und einen der besten Filme dieser Serie produziert.

Das gilt nicht nur für Story und Umsetzung, sondern auch und vor allem für die Technik. Selten zuvor ist einem so deutlich vor Augen geführt worden, wie rasant sich die Möglichkeiten beim computerbasierten Design von Gesichtern in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Noch nie zeigte der Schimpanse Caesar, der erneut als Anführer der Affen auftritt, eine so eindrucksvolle, individuelle Mimik. Nie zuvor konnte man in seinen Gesichtszügen so deutlich Andy Serkis entdecken, der die Figur auch dieses Mal wieder spielt. Gleichzeitig ist Caesar aber eindeutig ein fellbesetzter Hominide, der ohne Zweifel auch das Gesicht eines Affen besitzt. Der Effekt ist tatsächlich verblüffend und sogar leicht beunruhigend.

Die Story: Während die verbliebenen Menschen durch einen Virus einer nach dem anderen in ihren kognitiven Fähigkeiten eingeschränkt und in ihrer Entwicklung zurückgeworfen werden, haben sich die Affen in den Wäldern der amerikanischen Westküste ein hölzernes Dschungelfort gebaut. Dort werden sie vom Colonel (Woody Harrelson) und seinen Leuten aufgespürt, die Caesars Frau und Sohn töten. Mit drei Getreuen bricht er auf, um Rache zu nehmen, und findet die Festung des Colonels, ein ehemaliges Munitionsdepot. Doch die Menschen waren schneller und haben während der Abwesenheit von Caesar die Dschungelstadt überfallen, alle Affen gefangen genommen und sie in eine Art Kriegsgefangenenlager eingesperrt, wo sie zur Arbeit in einem Steinbruch gezwungen werden. Doch der Colonel hat sich nicht nur die Affen zu Feinden gemacht, aufgrund seines brutalen Umgangs mit dem Gegner wird er auch von den gesamten verbliebenen Streitkräften der USA gejagt.

Colonel? Dschungelfestung? Das hat man schon einmal gesehen. Und es sind nicht die einzigen Hinweise auf "Apocalypse Now", die Regisseur Matt Reeves eingebaut hat. Das beginnt bei dem kahlgeschorenen Colonel (nebenbei: Woody Harrelson ist hier mal wieder ganz ausgezeichnet) und reicht bis hin zu der Reise durch den Dschungel und den teilweise absurden Begegnungen. Zudem nimmt "Planet der Affen: Survival" auch Anleihen bei anderen Klassikern des Kriegsfilms wie "Gesprengte Ketten" und "Die Brücke am Kwai". Ein solches Meisterwerk ist "Survival" natürlich nicht, doch er gehört auf jeden Fall zu den besseren, intelligenteren Sommer-Blockbustern.

Dazu trägt auch bei, dass es der erste der neuen Prequel-Filme ist, der seine Geschichte konsequent aus Sicht der Affen erzählt. Sie sind nicht nur die neuen Herren der Welt, sondern sie haben auch den Kampf um die Deutungshoheit gewonnen. Caesar ist der unbestrittene Held in diesem Krieg, die Menschen haben in die Rollen der Bösewichte gewechselt. Der Mensch ist tot, es lebe der Affe.

"Planet der Affen: Survival" in der IMDB

Der deutsche Trailer:

Geschrieben am Dienstag 08 August 2017 um 22:50 von Roland Freist

Bearbeitet: Mittwoch 09 August 2017 11:11

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